Bewegte Geschichte
Die Fraumünsterpost öffnete 1898 ihre Türen als Hauptpost von Zürich und entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Knotenpunkt für den Brief- und Telegrafenverkehr. In den 1920er-Jahren wurde hier die Zürcher Rohrpost eingeführt, die es ermöglichte, Telegramme schnell und effizient zwischen Banken und Behörden auszutauschen. Nachdem die Post 2015 an die Uraniastrasse umgezogen war, blieb das Gebäude als architektonisches Wahrzeichen bestehen. Heute wird es sorgfältig saniert und für eine neue Ära als moderne Büroimmobilie vorbereitet.
Rohrpost
1926 nahm in der Fraumünsterpost die Zürcher Rohrpost ihren Betrieb auf – als zweite Stadt der Schweiz nach Lausanne. Über ein unterirdisches Netzwerk aus Druckluftrohren wurden Telegramme und Eilbriefe in kleinen Büchsen rasend schnell durch die Stadt geschickt. Das System verband das Haupttelegrafenamt Fraumünster mit dem Hauptbahnhof und den Banken an der Bahnhofstrasse, was den Nachrichtenaustausch revolutionierte. Mit der Zeit wurden jedoch neue Kommunikationsmittel eingeführt, wodurch das Rohrpostsystem an Bedeutung verlor. Die Fraumünsterpost erinnert bis heute an diese innovative Phase der Stadtgeschichte.
Postraub
Der Postraub an der Fraumünsterpost zählt zu den aufsehenerregendsten Kriminalfällen in Zürich. In einer Epoche, in der die Post eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft spielte, gelang es den Tätern, 53 Millionen Schweizer Franken zu erbeuten. Die Grossfahndung brachte zunächst keinen Erfolg, doch schliesslich wurden alle Beteiligten verhaftet – der letzte von ihnen 1998 in Miami. Als „Postraub des Jahrhunderts“ ging dieses Verbrechen in die Stadtgeschichte ein und bleibt bis heute legendär.
Erbaut
1898
Architekt
Johann Emil Schmid-Kerez
Hauptpost Zürich bis
1930